Nachhaltig Energie sparen beim Kochen
Viele machen sich selten Gedanken darüber, mit welchen Töpfen oder Pfannen sie kochen. Dabei ist es ein faszinierender Aspekt des vielfältigen Lebens der Küche: Menschen achten auf die Mülltrennung, machen Smoothies, kochen für Familie und Freunde und trinken gerne einmal ein gutes Gläschen Wein. Kurz: Gesund, nachhaltig und genussvoll leben ist wichtig.
Worin wir unser gutes und gesundes Essen zubereiten, fällt dann allerdings meistens unter den Tisch. Ich zeige euch im Folgenden, wie ihr in der Küche Energie sparen könnt und welchen Einfluss die Auswahl des Kochtopfes auf die Gesundheit haben kann.
Achtung: Dies bedeutet jedoch nicht, dass ihr eure alten Töpfe sofort in den Müll schmeißen solltet. Denn das wäre auch nicht der Sinn der Sache!
Die faszinierende Welt des Kochtopfes – Kochtopf ist nicht Kochtopf
Woran erkennt man einen guten Topf? Mit gut meine ich, energiesparend bzw. energieeffizient und unbedenklich für die Gesundheit. Dabei müsst ihr auf die Beschaffenheit des Topfes (der Boden ist das Herzstück) und ein paar andere Details achten.
Energieeffizienz: Ob ihr mit eurem Topf Energie sparen könnt, kommt ganz darauf an, aus welchem Material er ist.
Gusseisen und Kupfer speichern am besten die Energie. Bei dem Gusseisentopf verteilt sich diese besonders gleichmäßig und hält sehr lange an. Auch das zubereitete Essen hat einen unverwechselbaren Geschmack. Das liegt an der Platina, die sich mit der Zeit im Inneren des Topfes bildet. Kupfer leitet die Energie schnell ins Innere und behält sie auch für eine lange Zeit. Bei Kupfer sollte darauf geachtet werden, dass der Boden mit Edelstahl beschichtet ist. Denn Kupfer kann insbesondere mit säurehaltigen Lebensmitteln (z.B. Sauerkraut, Rhabarber) reagieren. Gusseisen- und Kupfertöpfe sind vor allem bei fortgeschrittenen Köchen beliebt. Gusseisen hat den Nachteil, dass es schwer ist und bei der Pflege mehr beachtet werden sollte.
Edelstahl ist robust und ein super Allrounder. Da muss jedoch auf den Boden genauer geschaut werden. Edelstahl an und für sich ist kein guter Wärmeleiter. Deshalb wird zwischen einem Sandwichboden und einem Kapselboden unterschieden. Der Kapselboden besteht aus einem Aluminiumkern und ist von zwei Edelstahlschichten sowie einer Edelstahlumrandung fest eingeschlossen (mehr als 700 Tonnen Druck bei der Verschweißung – enorm!). Der Sandwichboden ist eine schlechtere bzw. billigere Variante. Hierbei werden die Bauteile nur bei mittlerem Druck miteinander verschweißt (spart der Industrie Geld und Zeit).
Für den Verbraucher allerdings bedeutet es mehr Energiekosten und mehr Zeitaufwand. Denn die Hitze kann nicht effizient wirken, sie wird nicht gleichmäßig verteilt, es dauert länger bis der Topf heiß wird und er verliert schnell an Wärme, wenn die Herdplatte ausgeschaltet wird.
Bei Edelstahl solltet ihr zumal auf die Nummer (oft auf dem Topf) achten. Üblicherweise findet ihr 18/10. Dies bedeutet 18 Prozent Chrom und 10 Prozent Nickel. Chrom sorgt für die Korrosionsbeständigkeit und Nickel macht Edelstahl gegen Säuren beständig. Als rostfrei gilt der Edelstahltopf erst ab 13 Prozent Chromanteil. Achtung bei 18/0. Wenn der Topf nur 0 Prozent Nickel enthält, ist er nur gering gegen säurehaltige Lebensmittel resistent. 18/0 ist zwar preiswerter, aber bedenklicher. Verzichtet also beim Kauf eines neuen Topfes lieber auf 18/0.
Gerader Boden spart Energie
Generell gilt für Töpfe, dass sie plan sind: also eben bzw. gerade. Sind sie plan, so können sie die Hitze gleichmäßig übertragen. Die ganze Fläche wird eingenommen. Es ist energieeffizienter und das Essen brät nicht nur beispielsweise auf einer Seite. Ein einfacher Test mit einem Lineal kann zeigen, ob es sich um einen billig verarbeiteten oder qualitativ besseren Topf handelt: Das Lineal an den Unterboden ansetzen. Liegt das Lineal nicht überall auf, hat dieser Topf möglicherweise ausgedient.
Aaaaaaaaber das ist noch nicht alles:
Energiesparend kochen. Dazu gehören nicht nur Material und die Beschaffenheit des Bodens, sondern auch ein paar weitere Tricks:
- Wasser in einem Topf immer mit einem Deckel aufkochen lassen. Das geht viel schneller und spart somit auch Energie.
- Der Deckel muss passen und den Topf gut schließen: Zargen- beziehungsweise Steckdeckel eignen sich am besten dafür. Sie sind etwas teurer, dafür aber zuverlässiger.
- Den Topf passend auf die Größe der Herdplatte stellen. Ist der Topfboden zu klein für die Platte, wird unnötig Energie verschwendet.
- Töpfe, die gut Energie speichern können (Gusseisen, Kupfer, Edelstahl mit Kapselboden) bleiben noch für eine längere Zeit heiß, auch, wenn ihr die Herdplatte bereits ausgeschaltet habt. Das spart Strom- und Energiekosten.
- Last but not least: Die Investition in einen guten Topf lohnt sich. Dadurch spart ihr längerfristig an Stromkosten. Denn ein günstiger und qualitativ schlecht verarbeiteter Topf verbraucht mehr Strom und geht schneller kaputt (es gilt: je schwerer desto besser – ich lasse die Finger von leichten und billigen Töpfen gänzlich).